Medien Academia Superior Symposium in Gmunden

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Das „neue Alt“ war Hauptthematik des heurigen Symposiums der Academia Superior im Gmundner Toscana Congress. Wieder mit internationalen, sehr hochrangigen Diskutanten, wie zum Beispiel Carl Djerassi, dem Erfinder der „Pille“…

Kategorien: News, Wirtschaft
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Wirklich nett anzusehen, das Salzi.tv-Video zum 2. Symposium der Academia Superior in Gmunden: adrett gekleidete Menschen in gepflegter Atmosphäre, internationaler Flair und große Namen in noch größeren Lederfauteuils. Wäre da nicht diese unsägliche Leere in praktisch allen getätigten Aussagen – mit Ausnahme der Frau Mag. Izdebska – man könnte meinen, hier ginge wirklich etwas weiter. Falls mir der werte Leser hier noch nicht folgen kann, bitte lesen Sie weiter.

Beginnen wir beim Titel: Das Neue Alt, oder doch besser: Das neue Alt, oder gar: Das Neue alt - man weiß es nicht genau. Im Lauf des diesjährigen Symposiums sollte es jedenfalls darum gehen, „die Veränderlichkeit und Relativität der Begriffe Alt und Neu“ zu debattieren. Dazu der Obmann der Akademie, ÖVP-Landesparteisekretär Landtagsabgeordneter Mag. Michael Strugl im Originalton: „Das Thema haben wir uns ausgesucht für das heurige Symposium, weil das einfach eine Entwicklung ist, die in allen Gesellschaften (…) zu massiven Veränderungen führen wird. (…)“

Aha. Wenn ich also bis hierhin aufmerksam zugehört habe, dann wird das „Neue Alt“ auf der ganzen Welt – „nicht nur in Österreich“ - zu erheblichen Verwerfungen führen. Bloß: Was meint der Mann damit? Ginge es vielleicht ein wenig konkreter? In jedem Fall müsste man darüber nachdenken, „was das Alles bedeuten wird.“

Doch es kommt noch besser: Laut Moderation bei 1´20´´ brauchen wir uns bei Academia Superior „keine Sorgen machen“ bezüglich „Durchschnitt oder Mittelmaß“. Vollkommen richtig, wie ich meine: Diesen Kriterien dürfte in Gmunden erneut vortrefflich entsprochen worden sein.

Es folgt der wissenschaftliche Leiter der AS, Prof. Markus Hengstschläger, welcher freudig betont, man habe nach Gmunden „wirkliche“ - also echte! - Experten eingeladen. Komisch. Gibt es denn auch unechte Fachleute? Oder etwa Spezialisten, die zwar eine Menge zu sagen hätten, aber bitte nicht auf dieser Veranstaltung? Hier können wir nur mutmaßen.

Im Folgenden erklärt Landeshauptmann Dr. Joseph Pühringer sozial kompetent, es ginge darum, einen älteren Menschen nicht von Haus aus als Fürsorgefall zu betrachten. Aha. Tut das denn jemand? Gerade erst forderte die EU-Kommission, das Pensionsantrittsalter ehest möglich auf 73 Jahre hinauf zu setzen. Was jetzt? Die Realität dürfte sein, dass in absehbarer Zeit kaum genug Mittel vorhanden sein werden, um allen Betroffenen die entsprechende Versorgung zukommen zu lassen – vom 20-jährigen Altersdiabetiker bis zum 35-jährigen Burnout-Patienten, wohlgemerkt. Die Überalterung der Gesellschaft, politisch korrekt als demographischer Wandel bezeichnet, kommt hier noch erschwerend hinzu.

Vielleicht liegt´s ja ein klein wenig am nächsten Interviewpartner, Prof. Karl Djerassi, auch gerne als Vater der Anti-Baby-Pille (Welch schöner Name!?) bezeichnet. Seine Wortspende lässt aufhorchen: Jeder, der „ein intellektuelles Leben weiterführen möchte“, wird sich selbst „neu erfinden“ müssen. Doch nicht nur das: Man habe auch „eine Gesellschaft neu (zu) erfinden“. Moment, Herr Professor. Etwa so, wie´s die EU gerade versucht? Mit Gender-Wahn und genereller Einebnung der Geschlechter? Oder wie jüngst in den USA mit der Unterzeichnung des National Defense Authorization Act, durch den die Befugnisse des Militärs erneut ausgeweitet wurden, amerikanische Bürger und Ausländer auf Verdacht zeitlich unbegrenzt zu inhaftieren? Das Gestammel des ältlichen Professors ist in der Tat nahezu unerträglich. Er scheint auch intellektuell längst schon am Krückstock zu gehen.

Da lobe ich mir die Schlussworte des Herrn Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer. Sie fallen zwar nicht wirklich inhaltsschwer aus, sind dafür aber zumindest eloquent vorgetragen. Ich für meinen Teil bin gespannt, ob die normative Kraft des Faktischen beim nächsten Symposium im Jahr 2013 endlich echte Diskussionen hervorbringen wird ...

22. März 2012 02:01:02 CET

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